Kurzer Einblick in unsere Kirchengeschichte

Die Geschichte Pollings, wenn auch die Siedlung viel älter sein mag, beginnt mit der Klostergründung im Jahr 757 (nach manchen Berichten 750). Nach Ungarnsturm, Bränden und Enteignung wurde Polling um 1135 von Papst Innozenz II. als Augustinerchorherrenstift bestätigt. Es wurde zu einem fruchtbaren Hort der Wissenschaften und Künste. Die Säkularisation setzte dem Klosterleben ein jähes Ende. Seit 1892 unterhalten Schwestern des Ordens der Dominikanerinnen das Pollinger Kloster.

Stiftskirche Heilig Kreuz: Die jetzige dreischiffige gotische Hallenkirche entstand 1416-1420, nachdem der vormalige Bau einem Brand zum Opfer gefallen war. Zentrum der Verehrung ist das nach der Legende von Herzog Tassilo III. auf der Jagd gefundene Heilige Kreuz. Nach dem Konzil von Trient erfolgte eine Zeit der Reform, die der christlichen Kunst viele Neuerungen brachte. Auch Polling wollte neu bauen und begann 1605 mit dem Turm. Das Heilige Kreuz fand 1628 erstmals seinen Platz auf dem Hochaltar. Mit dem Umbau begann die Pollinger Kirche das zu werden, was heute so an ihr bewundert wird: eine harmonische Einheit dreier Epochen. Das Heilige Kreuz ist ein bedeutendes Kunstwerk des deutschen Hochmittelalters. Die beiden Fichtenbretter, aus denen das Kreuz (2.57 m hoch, 1.90 m breit) gezimmert ist, stammen aus einem Baum, der zwischen 884 und 1028 gefällt wurde. Als das Kreuz brüchig wurde, nahm man Metallklammern zur Hilfe, hüllte das ganze Kreuz in Pergament, das bemalt und vergoldet wurde. Die Malerei datiert aus der Zeit um 1230/40. Das Kreuz wurde im 18. Jahrhundert in einem mit Rokoko-Ornamenten verzierten und mit Glas geschützten Kasten geborgen. Das Titularfest (Patrozinium) feiert Polling an Kreuzauffindung (3. Mai) Ein Kleinod Pollings ist die Reliquienkapelle. Sie dient schon seit 1672 als Aufbewahrungsort der vielen Heilstümer oder Reliquien, die das Kloster besitzt und in kostbaren Gefäßen aufbewahrt. Seit 1735 feiert Polling am 2. Sonntag im Juli ein eigenes Reliquienfest.