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 St. Laurentius Eberfing

 

Über das Gebiet von drei Gemeinden erstreckt sich die katholische Pfarrei St. Laurentius Eberfing. Neben Eberfing mit seinen Riederschaften gehören auch der Obersöcheringer Ortsteil Tradlenz sowie Pollingsried zum Pfarrgebiet, das auf Seeshaupter Gemeindeflur liegt. Vier Kirchen befinden sich im Gebiet der Pfarrei, die Pfarrkirche St. Laurentius, die Eberfinger Liebfrauenkirche sowie die Kirchen in Arnried und Pollingsried. Aktuell leben rund 1.000 Katholikinnen und Katholiken in der Pfarrei.

Wann an dem Ort in der heutigen Ettinger Straße in Untereberfing die erste Kirche gebaut wurde, wo seit Ende des 17. Jahrhunderts die heutige Eberfinger Pfarrkirche St. Laurentius steht, ist nicht belegt. Nach den Grundmauern des romanischen Sattelturms der Pfarrkirche zu schließen, dürfte dies bereits in das 11. Jahrhundert zurückgehen. Nach Abbruch der aus dieser Zeit stammenden alten Kircheim Jahr 1689 begann dort sofort der Neubau der heutigen Pfarrkirche St. Laurentius unter dem damaligen Pollinger Propst Valerius Baudrexl, der den Bau bereits 1690 vollendete. Der berühmte vorletzte langjährige Pollinger Propst Franziskus Töpsl (1744-1796) führte die letzte Restaurierung und künstlerische Umgestaltung der Pfarrkirchre 1789 durch. Verewigt hat sich dieser in der Kirche mit seinem Wappen oberhalb des Hochaltars. Am Chorbogen ist auf einem Schild zu lesen: "Erecta 1690, Renovata 1787" (errichtet 1690, erneuert 1787).

Wer die Eberfinger St. Laurentius Kirche durch das Westportal betritt, dem zeigt sich die Schönheit dieses Spätrenaissancebaus mit der barocken Ausstattung. Das hohe rechteckige Langhaus und der etwas eingezogene, aber gleich hohe Chorraum sind von frühbarockem Stuck aus Engelsköpfen, Frucht- und Blumengirlanden geprägt. Die duftigen Pastellfarben Rosé, Gelb und Grün sowie die großen Fenster im Chorraum und Kirchenschiff, die viel Licht einlassen, nehmen dem Raum aber jede Schwere.
Der Chorraum wird vom Hochaltar beherrscht, dessen Altarbild den Märtyrertod des hl. Laurentius zeigt - gemalt von Johann Baptist Baader im Auftrag Töpsls. An der Decke des Chorraums sind in stuckierten Kreisen die drei Anfangsbuchstaben der Namen Jesu, Mariä und Josefs angebracht.

Zum Chorraum hin auf der rechten Seite befindet sich ein großes prägendes Kreuz, darunter eine Schmerzensmutter mit einem großen Schwert am Herzen. Unterhalb steht in einer Mauernische der alte Taufbrunnen. Im Südwesten der Kirche führt eine Vorhalle zur Männer- und Orgelempore. Gleich gegenüber dem Eingang steht eine Plastik „Christus an der Geißelsäule“; rechts davon befindet sich eine Lourdes-Grotte, die aus dem Jahr 1892 stammt.

 

Wollen Sie mehr von der Eberfinger Pfarrkirche sehen und sie selbst erleben? Sie sind herzlich zu den dortigen Gottesdiensten (sh. Gottesdienstordnung) eingeladen.

(Quelle:Eberfinger
Heimatbuch, Band I)

 

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